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Messie-Syndrom

Eine „Messie-Sammlung“ von Büchern und Zeitschriften.

Ein Messie ist im deutschen umgangssprachlich jemand der zwanghaft Dinge ansammelt. Wie so viele umgangssprachliche Eigenkreationen im deutschen, klingt der Begriff nur englisch, hat im englischen aber eine völlig andere Bedeutung. Der korrekte englische Begriff ist „compulsive hoarder,“ also quasi „zwanghafter Ansammler“. Ein „Messie“ ist in Wirklichkeit nicht unordentlich wie man bei der wörtlichen Bedeutung des Wortes „mess“ denken könnte. Für Dritte sieht die Wohnung eines Messies zwar sehr unordentlich aus, aber in Wirklichkeit weiß der „Messi“ meisten ganz genau wo was ist (auch wenn er nicht unbedingt ran kommt) und er hat meist ein sehr ausgeklügeltes System der Katalogisierung und ein sehr strenges und rigides Ordnungssystem. Nur kann er eben praktisch nichts wegwerfen, da er in vielen Dingen noch einen potentiellen nutzen sieht. So denkt er z.B. man könne alte Marmeladengläser doch noch zum Einmachen benutzen, Pappkartons könnte man zum basteln benutzen und alte Werbeprospekte muss man erst gelesen haben bevor man sie wegschmeißt, denn es könnte ja doch noch was nützliches drinn stehen, etc.. Und so sammelt er immer mehr solche Gegenstände an die für andere wie Müll aussehen, die der Messi aber zwanghaft weiter ansammelt - zu hunderten oder tausenden - und nicht wegwerfen kann, da er in fast allem was andere als Müll betrachten würden noch einen potentiellen Nutzen sieht.

Dies alles kann häufig so extreme Ausmaße annehmen dass ein normales Leben extrem erschwert wird. So kann es gut sein, dass er so viele Gegenstände angesammelt hat, dass bestimmte Teile der Wohnung unzugänglich geworden sind oder bestimmte wichtige Teile der Wohnung nicht mehr zu benutzen sind. So kann es z.B. sein dass es ihm in seiner Wohnung nicht mehr, oder nur noch schwer möglich ist zu kochen, zu essen, zu schlafen, zu sitzen, auf die Toilette zu gehen oder überhaupt normal zu leben, da alles mit irgendwelchen Kartons zu-gestapelt ist und man kaum noch an irgendetwas ran kommt.

Ein Messie ist sich seines Problems durchaus sehr bewusst und es ist ihm extrem peinlich und er leidet innerlich darunter, kann aber sein Verhalten nicht so einfach ohne weiteres ändern, eben weil es zwanghaft ist. Wirft man das was ein Dritter als „Müll“ betrachten würde, gegen den Willen des Messies weg, kann dies leicht zu Panikanfällen oder extremen Wutausbrüchen beim Betroffenen führen. Oft sind Verlustängste und Einsamkeit die Ursache für das extreme Verhalten eines „Messies“.

Was die Leute denken, dass es ist:

Jemand der so extrem unordentlich und schlampig ist dass es gesundheitsschädliche Ausmaße annimmt.

Was es wirklich ist:

Ein Messie ist in den meisten Fällen überhaupt nicht unordentlich oder schlampig und es hat eigentlich nichts mit Unordnung zu tun. Sondern ein Messie ist einfach jemand der zwanghaft eine große Anzahl von Dingen ansammelt und sich von ihnen nicht trennen kann, da sie für ihn eine tiefere (für andere nur schwer nachvollziehbare) Bedeutung haben. Für einen Dritten mag das unordentlich aussehen, aber in Wirklichkeit ist der „Messie“ sehr ordentlich, weiß ganz genau wo was ist und hat meistens sogar alles genauestens katalogisiert und sortiert - aber er hat einfach viel zu viel, weshalb es unordentlich wirkt.

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