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philosophie [2016/05/15 17:50]
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philosophie [2016/05/15 18:19] (aktuell)
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 {{ :​wiki:​religionen:​estancia_del_sello_escuela_de_atenas_.jpg?​300|}}Philosophie (griechisch φιλοσοφία,​ [philosophia],​ wörtlich »Liebe zur Weisheit«) ist eine Strukturwissenschaft,​ die die Grundstrukturen des Seienden aufzeigt oder die Möglichkeiten und Grenzen des menschlichen Erkenntnis- und/oder Sprachvermögens auslotet und die durch den Menschen gewonnenen Erkenntnisse in einer methodischen Gesamtschau hinsichtlich einer übergreifenden Deutung der Welt und der menschlichen Existenz systematisiert resp. kritisiert. Da jede Definition von „Philosophie“ ihrerseits als Ergebnis philosophischer Überlegungen anzusehen ist, kann auch eine um Objektivität bemühte lexikalische Darstellung nur in Näherung befriedigend ausfallen. {{ :​wiki:​religionen:​estancia_del_sello_escuela_de_atenas_.jpg?​300|}}Philosophie (griechisch φιλοσοφία,​ [philosophia],​ wörtlich »Liebe zur Weisheit«) ist eine Strukturwissenschaft,​ die die Grundstrukturen des Seienden aufzeigt oder die Möglichkeiten und Grenzen des menschlichen Erkenntnis- und/oder Sprachvermögens auslotet und die durch den Menschen gewonnenen Erkenntnisse in einer methodischen Gesamtschau hinsichtlich einer übergreifenden Deutung der Welt und der menschlichen Existenz systematisiert resp. kritisiert. Da jede Definition von „Philosophie“ ihrerseits als Ergebnis philosophischer Überlegungen anzusehen ist, kann auch eine um Objektivität bemühte lexikalische Darstellung nur in Näherung befriedigend ausfallen.
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 +<note important>​Hinweis! Der folgende Abschnitt (bzw. eigentlich der ganze Artikel) ist teilweise ist noch zu kompliziert formuliert. Du kannst dich gerne daran beteiligen ihn verständlicher zu machen. </​note>​
  
 Nach einem bereits bei Plato und Aristoteles zentralen Gedanken fängt das Philosophieren mit dem Staunen an. Exemplarisch schreibt Aristoteles:​ „Denn durch das Staunen haben die Menschen sowohl jetzt als auch immer schon angefangen, zu philosophieren“ (Met, I,1, 982b 12-13 ). Dabei staunt der Philosoph nicht über das vordergründig Außergewöhnliche,​ sondern über Alltägliches,​ denn in unserem natürlichen Weltverhältnis machen wir ständig unhinterfragt von den erstaunlichsten Dingen Gebrauch: Wir sprechen konkreten Dingen Allgemeinbegriffe zu (sind also zur Muster(wieder)erkennung fähig), ziehen Schlüsse aus Beobachtetem,​ ordnen Phänomene in eine Zeitleiste ein, wir bewerten unseren Gegenüber und werden von ihm bewertet, leben in einer Gesellschaft,​ die bestimmte Regeln aufstellt etc. - was berechtigt uns eigentlich, solche Schlüsse zu ziehen (und welche Instanz fordert uns unsere Legitimation ab)? Woher kommt die zu beobachtende Regelhaftigkeit (existiert sie überhaupt)?​ Wer ist der Andere, wer sind wir eigentlich (sind wir ihm, sind wir uns etwas schuldig)? Überhaupt: wie ist eine „Was ist ein X“-Frage zu verstehen? Wie sind solche Fragen zu beantworten?​ Was ist Denken eigentlich für eine Tätigkeit? Was ist Denken, was Wahrnehmen? Ist alles Lug und Trug? Freimut Hauk spricht von der „existentiellen Betroffenheit“,​ die zu solchen Fragen führe (Hauk, 1998). Diese existentielle Betroffenheit setzt nun in irgend einer Form Reflektiertheit voraus. Denn nicht dass wir Muster wiedererkennen können, uns regelgeleitet verhalten etc. veranlaßt uns, über diese Musterwiederkennung etc nachzudenken (auch Insekten können offenbar Muster wiedererkennen,​ auch sie verhalten sich regelgeleitet etc.), sondern die Tatsache, dass uns diese Fähigkeiten in irgend einer Form auch präsent sind, dass wir uns ihrer als Teil unserer selbst auch bewusst sind. Diese existentielle Betroffenheit hat den Menschen im der uns überlieferten Geschichte immer schon veranlasst, Antworten zu formulieren und diesen Antworten zB religiös und/oder künstlerisch Ausdruck zu verleihen. Philosophie unterscheidet sich von Religion oder Kunst nicht dadurch, Antworten auf diese Fragen zu suchen, sondern dadurch, diese Fragen möglichst voraussetzungslos,​ durch pures Argumentieren,​ zu geben. Nach einem bereits bei Plato und Aristoteles zentralen Gedanken fängt das Philosophieren mit dem Staunen an. Exemplarisch schreibt Aristoteles:​ „Denn durch das Staunen haben die Menschen sowohl jetzt als auch immer schon angefangen, zu philosophieren“ (Met, I,1, 982b 12-13 ). Dabei staunt der Philosoph nicht über das vordergründig Außergewöhnliche,​ sondern über Alltägliches,​ denn in unserem natürlichen Weltverhältnis machen wir ständig unhinterfragt von den erstaunlichsten Dingen Gebrauch: Wir sprechen konkreten Dingen Allgemeinbegriffe zu (sind also zur Muster(wieder)erkennung fähig), ziehen Schlüsse aus Beobachtetem,​ ordnen Phänomene in eine Zeitleiste ein, wir bewerten unseren Gegenüber und werden von ihm bewertet, leben in einer Gesellschaft,​ die bestimmte Regeln aufstellt etc. - was berechtigt uns eigentlich, solche Schlüsse zu ziehen (und welche Instanz fordert uns unsere Legitimation ab)? Woher kommt die zu beobachtende Regelhaftigkeit (existiert sie überhaupt)?​ Wer ist der Andere, wer sind wir eigentlich (sind wir ihm, sind wir uns etwas schuldig)? Überhaupt: wie ist eine „Was ist ein X“-Frage zu verstehen? Wie sind solche Fragen zu beantworten?​ Was ist Denken eigentlich für eine Tätigkeit? Was ist Denken, was Wahrnehmen? Ist alles Lug und Trug? Freimut Hauk spricht von der „existentiellen Betroffenheit“,​ die zu solchen Fragen führe (Hauk, 1998). Diese existentielle Betroffenheit setzt nun in irgend einer Form Reflektiertheit voraus. Denn nicht dass wir Muster wiedererkennen können, uns regelgeleitet verhalten etc. veranlaßt uns, über diese Musterwiederkennung etc nachzudenken (auch Insekten können offenbar Muster wiedererkennen,​ auch sie verhalten sich regelgeleitet etc.), sondern die Tatsache, dass uns diese Fähigkeiten in irgend einer Form auch präsent sind, dass wir uns ihrer als Teil unserer selbst auch bewusst sind. Diese existentielle Betroffenheit hat den Menschen im der uns überlieferten Geschichte immer schon veranlasst, Antworten zu formulieren und diesen Antworten zB religiös und/oder künstlerisch Ausdruck zu verleihen. Philosophie unterscheidet sich von Religion oder Kunst nicht dadurch, Antworten auf diese Fragen zu suchen, sondern dadurch, diese Fragen möglichst voraussetzungslos,​ durch pures Argumentieren,​ zu geben.
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